Über uns und unsere Famulaturbörse

Hausärzte begeistern – Studierende gewinnen

Mit der Änderung der Approbationsordnung für Ärzte (ApprOÄ) im Jahr 2012 wurde eine einmonatige Pflichtfamulatur im hausärztlichen Bereich eingeführt. Damit sollen die Studierenden, die ihre Ausbildung vorwiegend an Universitätskliniken, also im hochspezialisierten stationären Bereich des Gesundheitswesens erfahren, den ambulanten hausärztlichen Bereich vertieft kennenlernen.

Nicht jeder Studierende der Medizin soll und wird Hausarzt oder Hausärztin werden, aber jede/r sollte neben der vorwiegend krankheitsbezogenen Universitätsmedizin die Wirklichkeit der patientenorientierten hausärztlichen Versorgung begreifen. Über 90% aller Bürger haben eine/n Hausarzt/ärztin, der/die Ansprechpartner/in in fast allen Gesundheitsfragen ist, die Behandlung koordiniert und Begleiter/in vor allem für chronisch Kranke ist. Für jede Ärztin und jeden Arzt, auch jene die später im stationären Bereich oder als Spezialisten tätig sind, ist die Erfahrung der Wirklichkeit der Primärversorgung unverzichtbar.

Famulatur im hausärztlichen Bereich

Wir wünschen uns, dass die einmonatige Famulatur im hausärztlichen Bereich nicht nur eine lästige Pflicht ist, sondern ein eindrückliches Erlebnis wird, das den Studierenden hilft, ihre Kenntnisse zu vertiefen und zu vernetzen und ihre praktischen Fertigkeiten zu üben und zu erweitern. Hier sollen Studierende Praxen finden, in denen sie nicht nur „mitlaufen“, sondern in denen sie eine qualifizierte Förderung ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen, vor allem aber eine praktisch ausgerichtete Famulatur erleben, in denen sie möglichst viel selber ausprobieren und „machen“ dürfen. Für die Praxen wiederum ist es eine interessante Erfahrung, mit interessierten Medizinstudierenden in Dialog zu kommen und von ihnen auch Neues zu lernen.

Getragen wird diese neu eingerichtete Famulaturbörse für den hausärztlichen Bereich durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V. (DEGAM, das ist die wissenschaftliche Gesellschaft für Allgemeinmedizin) in Kooperation mit der Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin (GHA), dem Hausärzteverband (das ist die „Gewerkschaft“ der Hausärzte), der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BVMD), der Gesellschaft für Allgemeine Ambulante Pädiatrie (DGAAP, das ist die wissenschaftliche Gesellschaft für allgemeine ambulante Kinder- und Jugendmedizin) und mit den hausärztlich tätigen Internisten (DGIM). Koordinator der Arbeitsgruppe ist Prof. Reinhold Klein aus München.

Für alle, die am hausärztlichen Bereich vertieftes Interesse haben, bietet die DEGAM mehr:
Im Frühjahr 2012 wurde die DEGAM-Nachwuchsakademie zur Förderung des allgemeinmedizinischen Nachwuchses gegründet, in der in dreijährigen Programmen angehende Ärztinnen und Ärzte durch individuelles Coaching und Summerschoolprojekte für die Allgemeinmedizin begeistert werden sollen. Zudem können Medizinstudierende, die Interesse an der Allgemeinmedizin haben, kostenfrei DEGAM-Mitglied werden.

Eine weitere Möglichkeit, die Primärversorgung kennen zu lernen und für einige Monate an der ärztlichen Grundversorgung der Bevölkerung in ihrer ganzen Breite mitzuwirken, bietet das PJ-Tertial im Wahlfach Allgemeinmedizin.